Nachhaltigkeit – was bleibt?

Die ehemaligen Heimkinder haben ihre persönlichen Erfahrungen ganz unterschiedlich verarbeitet und blicken größtenteils nach vorne. Sie sollten nicht in erster Linie als „ehemalige Heimkinder“ gesehen werden, sondern als starke Persönlichkeiten, die ihr Leben anpacken und meistern.

Im Runden Tisch haben Betroffene immer wieder betont, dass ihr Hauptanliegen ist, dass niemals wieder Kinder in Heimeinrichtungen die von ihnen gemachten Erfahrungen teilen müssen.

Daher hat es sich die Anlauf- und Beratungsstelle (AuB) beim Landesjugendamt des Saarlandes zum Ziel gesetzt, insbesondere künftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe für diese Thematik zu sensibilisieren. In diesem Zusammenhang planen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Anlauf– und Beratungsstelle für das Jahr 2018 ein Projekt zur Aufarbeitung der Heimerziehung im Saarland. Dies soll in Kooperation mit Betroffenen, den Akademien für Erzieherinnen und Erzieher der Fakultät Sozialwissenschaften der htw saar erfolgen. Geplant sind Vorträge, Lesungen, Workshops zum Thema „Fonds Heimerziehung West“ und eine Wanderausstellung.

 

 

Länderübergreifend:

Mit Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes am 1. Januar 2012 wurden im § 45 SGB VIII Beteiligungsverfahren und Beschwerdemöglichkeiten zur Sicherung der Rechte von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen als Voraussetzung für die Erteilung einer Betriebserlaubnis normiert.

Die Jugend- und Familienministerkonferenz hat im Mai 2015 in Perl eine grundlegende Prüfung der rechtlichen Grundlagen der Heimaufsicht sowie eine Weiterentwicklung der §§ 45 ff. SGB VIII zur Stärkung der Handlungsmöglichkeiten der Aufsicht beschlossen und eine Arbeitsgruppe hierzu eingerichtet.

Hier fordert die Arbeitsgruppe der Jugend- und Familienministerkonferenz, den Zugang zu extern unabhängigen Beschwerdestellen zu ermöglichen. Eine Forderung ist es auch, die Rechtsgrundlage zu schaffen, damit örtliche Prüfungen in Heimen auch unabhängig von einem konkreten Prüfungsanlass ohne vorherige Anmeldung zulässig sind.

 

Auf der Grundlage des § 45 Absatz 2 Nr. 3 SGB VIII prüft das Landesjugendamt im Rahmen des Betriebserlaubnisverfahren, ob der Träger Verfahren der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an strukturellen Entscheidungen in der Einrichtung sowie Beschwerdeverfahren in persönlichen Angelegenheiten vorhält.

Aktuell befinden sich die „Richtlinien zur Wahrnehmung der Aufgaben zum Schutz von Kindern in (teil-) stationären Einrichtungen durch das Landesjugendamt gemäß §§ 45-48a SGB VIII“ im Saarland in Überarbeitung; darin werden die Aspekte „Beschwerde und Beteiligung“ in angemessener Weise berücksichtigt.

Neuerscheinung: Buch „Lebenswege nach Heimerziehung – Porträts und Einblicke aus dem Saarland 1945-1975“

Ausgehend von den Erzählungen ehemaliger Heimkinder und Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeitern der Jugendfürsorge und Heimerziehung im Saarland wurde eine Publikation von Professor Christian Schrapper, Claudia Ströder und Sabine Imeri erstellt , die im Panama-Verlag unter dem Titel „Lebenswege nach Heimerziehung – Porträts und Einblicke aus dem Saarland 1945-1975“ unter der ISBN 978-3-938714-60-7 zum Preis von 29,90 € erhältlich ist. Darüber hinaus enthält die Publikation eine DVD, zum einen mit personenbezogen aufbereitetem Material aus den gefilmten Interviews und zum anderen mit themenbezogen aufbereitetem Material.

Sie können das Buch im Buchhandel  oder beim Verlag ab dem 07.05. unter folgendem Link beziehen: https://www.panama-verlag.de/shop/Produkt/lebenswege/.

Das Grußwort von Ministerin Bachmann können Sie ebenfalls hier abrufen: Grußwort Ministerin Bachmann im Buch Lebenswege nach Heimerziehung.